Ziele der Allgemeinen Grundausbildung Teil 1

Die allgemeine Grundausbildung Teil 1 umfasst Kinder im Altersbereich zwischen sieben und zehn Jahren. Im Rahmen des außerschulischen Sports sollten die Kinder ein- bis zweimal in der Woche im Verein trainieren. Die erste Ausbildungsstufe ist durch den Begriff „Talentgewinnung“ charakterisiert und soll sportbegeisterte Kinder mit einem altersangemessenen, freudbetonten, vielfältigen und sportartübergreifenden Training an eine regelmäßige sportliche Betätigung heranführen. Durch die Erweiterung des Bewegungsschatzes und der Bewegungserfahrungen soll die allgemeine Leistungsfähigkeit gesteigert werden. Die allgemeine Grundausbildung Teil 1 bildet einen Einstieg, um Kinder über spielerische Übungsformen für sportliche Bewegungen zu begeistern. (Lippmann & Pagels, 1993). In dem Altersbereich zwischen sieben und zehn Jahren kommt der Teamentwicklung eine hohe Bedeutung zu. Diese zielt insbesondere auf die Handlungs- und Leistungsfähigkeit im Gewichtheben. Für die Etappe der allgemeinen Grundausbildung Teil 1 ist im Bereich Kenntnisse die Vermittlung von Regeln im Sport vorgesehen. In der Abbildung sind die Inhalte der allgemeinen Grundausbildung Teil 1 zusammengefasst.

Die allgemeine Grundausbildung, welche Joch (1992) als „motorisches Basistraining“ bezeichnet, beinhaltet vor allem die Entwicklung der koordinativen Fähigkeiten. Neben der Erlernung von einfachen Bewegungsfertigkeiten und -kombinationen erfolgt die Vervollkommnung der koordinativen Fähigkeiten. Im Alter zwischen sieben und zehn Jahren können die Gleichgewichtsfähigkeit, die Rhythmusfähigkeit, die Reaktionsfähigkeit, die Differenzierungsfähigkeit, die Orientierungsfähigkeit sowie die Schnelligkeitsfähigkeit besonders gut trainiert und entwickelt werden. Zu beachten ist bereits in dieser Trainingsstufe das Prinzip der progressiven Belastung. Durch Zunahme der Bewegungskomplexität, der Steigerung der Bewegungsschnelligkeit und Bewegungspräzision verbessern sich sowohl die koordinative Leistungsfähigkeit als auch die motorische Lernfähigkeit der Kinder. Dies erfolgt durch die Ausbildung einer Vielzahl neuer „Bewegungsschleifen“ (Weineck, 2010).

Für das ausgeprägte Bewegungsbedürfnis der Kinder sowie als Ausgleich für die langen Sitzzeiten in der Schule muss ein bewegungsfreundliches Umfeld sowohl in der Vereinsgruppe als auch im Elternhaus geschaffen werden. Außerhalb des Vereinssports können sportliche Aktivitäten in der Familie (z. B. Schwimmen, Skilaufen, Rollschuhlaufen, Radfahren, Ballspiele) dazu beitragen, die motorische Entwicklung der Kinder zu fördern. Besonders wichtig ist das eigene Bewegungsentdecken der Kinder und das Sammeln von psychomotorischen Erfahrungen (Körpererfahrung, materiale Erfahrung, soziale Erfahrung). Im frühen Schulkindalter ist somit das tägliche Spielen an der frischen Luft besonders wichtig, wenn Kinder im Training Hallensportarten betreiben. Das Training im Verein dient der Schaffung einer vielseitigen motorischen Lern- und Erfahrungssituation. Durch kleine Spiele mit und ohne Ball, Turnübungen, Geschicklichkeitsaufgaben, Bewegungsfolgen mit akustisch-rhythmisierender Bewegungsführung und interessanten Lauf- und Sprungkombinationen können kindgemäße Übungsstunden gestaltet werden. Ab dem zweiten Schuljahr ist es zunehmend möglich, technische Grundelemente aus verschiedenen Sportarten (z. B. Turnen, Leichtathletik, Schwimmen, Skilaufen) in das Vereinstraining einzubauen. Dabei geht es um die Erlernung vielseitiger, vereinfachter Grund- und Vorübungen sportlicher Techniken aus unterschiedlichen Sportarten. Diese Grundtechniken bilden eine psychomotorische Erfahrungsbasis für die später einsetzende Technikschulung. Durch vermehrte Kraft- und Gewandtheitsanforderungen im Hindernisturnen wird die Entwicklung von koordinativen und konditionellen Fähigkeiten unterstützt. Vielseitige Übungsaufgaben schulen sowohl die Schnelligkeits- als auch die Reaktionsfähigkeit. Grundlegende Spieltechniken können durch kleine Spiele vermittelt werden. In der allgemeinen Grundausbildung Teil 1 erfolgt somit die Vielseitigkeitsschulung der Kinder (Martin, 1988). In der Tabelle sind in Anlehnung an Lippmann (2005) die Schwerpunkte der allgemeinen Grundausbildung Teil 1 im Gewichtheben zusammengefasst.

Ziele der Allgemeinen Grundausbildung Teil 2

Die allgemeine Grundausbildung Teil 2 umfasst Kinder im Altersbereich zwischen zehn und dreizehn Jahren. Außerhalb des Schulsports sollten die Kinder zwei- bis dreimal in der Woche im Verein trainieren. Die zweite Ausbildungsstufe ist durch den Begriff „Talentsichtung“ charakterisiert und soll interessierte und befähigte Kinder mit einem freudbetonten und vielseitigen Training an die regelmäßige sportliche Betätigung im Training und Wettkampf heranführen. Je nach Talentfähigkeit und Interesse der Kinder soll die sportliche Betätigung in ein leistungsorientiertes Training übergehen. In dem Altersbereich zwischen zehn und dreizehn Jahren kommt der Förderung der Konzentrationsfähigkeit eine hohe Bedeutung zu. Diese stellt eine wichtige psychische Ressource im Gewichtheben dar. Für die Etappe der allgemeinen Grundausbildung Teil 2 ist im Bereich Kenntnisse die Vermittlung einer sportgerechten Ernährung vorgesehen. In der Abbildung sind die Inhalte der allgemeinen Grundausbildung Teil 2 zusammengefasst.

Das wachsende Sportinteresse in diesem Altersbereich bietet Gelegenheit, Einstellungen und Werthaltungen für ein überdauerndes Sporttreiben zu entwickeln. In der allgemeinen Grundausbildung Teil 2 beginnt das systematische Training der Kinder im Gewichtheben. Die wichtigste erzieherische Aufgabe des Trainings ist die Schaffung einer positiven Trainingseinstellung. In diesem Alter sind die Kinder besonders begeisterungsfähig und leistungsbereit. Die grundlegende Zielstellung dieser Entwicklungsstufe ist eine umfassende Schulung der sportlichen Technik der Wettkampf- und Trainingsübungen sowie die Entwicklung der koordinativen Fähigkeiten. Die Basis für das Niveau der späteren sportlichen Technik wird in diesem Altersbereich gelegt. Darüber hinaus soll eine solide Belastungsverträglichkeit und eine Verbesserung konditioneller Fähigkeiten im Kraft-, Ausdauer- und Schnelligkeitsbereich mit unspezifischen und spezifischen Trainingsmitteln erfolgen. Auch die Beweglichkeitsschulung bildet einen permanenten Trainingsinhalt in dieser Ausbildungsetappe. Durch spezifische und unspezifische Trainingsübungen wird eine Trainingsmonotonie vermieden (Martin, 1988; Kurch et al., 2018). In der Tabelle sind die Trainingsschwerpunkte der allgemeinen Grundausbildung Teil 2 zusammengefasst.

Downloads zu diesem Thema